Führen als Gemeinschaftsaufgabe -
Lernen von den Wildgänsen
Tipp zum Seminar
Sicher haben Sie es schon beobachtet: wenn Wildgänse fliegen, tun
sie dies in der Regel in einer gleichermaßen schönen und auffälligen
Keilformation, also in der Form des Buchstabens V mit der Spitze
voraus.
Aus welchem Grund? Wissenschaftler geben uns mehr als nur einen
Anlass, neu über Führungskultur in den Unternehmen nachzudenken.
Zunächst einmal bietet diese Form der Teamarbeit rein physikalisch
betrachtet eine erhebliche Erleichterung beim Überwinden von
Widerständen. Mit jedem Flügelschlag erzeugt die Wildgans einen
Luftstrom, der dem direkt nachfolgenden Tier Auftrieb gibt. Damit kann
das Team in Formation um etwa 70 Prozent schneller fliegen, als wenn
jeder Vogel individuell unterwegs wäre.
Menschen im Geschäftsleben, die mit anderen den selben Weg gehen
möchten oder müssen können ihre Ziele schneller und müheloser
erreichen, wenn sie sich miteinander verbunden wissen. Vertrauen,
Verlässlichkeit und Gemeinschaft können für Auftrieb sorgen und damit
bedeutende Energiereserven mobilisieren.
Was, wenn eine der Gänse aus der Formation ausschert? Sie wird den
Luftwiderstand plötzlich so spüren, als ob sie gegen eine Wand flöge.
Sie wird in den Verband zurückkehren, um weiter in den Genuss der
Vorteile der Gruppe zu kommen.
Wer "alleine gegen den Rest der Welt" unterwegs ist, wird die
Widerstände des Lebens und der Arbeit erheblich härter erfahren. Viel
effizienter ist es, die Knackpunkte unseres Lebens in einer
tragfähigen und verlässlichen Gemeinschaft anzupacken.
Und was geschieht, wenn die leitende Wildgans müde wird? Sie lässt
sich ganz einfach etwas zurückfallen und reiht sich weiter hinten
wieder ein, um Kräfte zu sammeln. Ein anderes Tier übernimmt die
Führung.
Kein Teammitglied soll glauben oder fürchten, dass alle Erfolge allein von ihm
und seinen Kräften abhingen. Für jeden in der Gruppe wird es Phasen
des Lenkens und Phasen des Mitmachens und auch Fallenlassens geben.
Wer sich in einer Gruppe sicher fühlt, kann solche natürlichen und
notwendigen Wechsel zulassen.
Wer motiviert wen? Natürlich ermutigt der leitende Vogel seine
Kollegen in der Formation durch sein gutes Beispiel. Umgekehrt feuern
auch die die hinteren Gänse das Leittier mit Zurufen an,
Geschwindigkeit und Richtung beizubehalten.
Entscheidende Kraft finden viele Menschen in einer funktionierenden
Gemeinschaft und die Besinnung darauf, dass nur Führung und operativ
Tätige gemeinsam den Erfolg bestimmen und dass eben keiner ohne den
anderen auskommt.
Ist eine der Wildgänse krank oder verletzt und fällt damit aus der
Formation heraus, fliegen zwei weitere Vögel mit dem geschwächten
Tier, um es zu beschützen. Die beiden Begleiter bleiben bei der
kranken Gans, bis sie wieder normal fliegen kann oder bis sie
gestorben ist. Sie fliegen dann alleine weiter oder schließen sich
vorübergehend einer anderen Formation an, um zur eigenen Gruppe
zurückzufinden.
Kein Mensch sollte in Notzeiten alleine bleiben müssen. Wahre
Kameradschaft zeigt sich gerade in Krisenzeiten.
Gerade im Geschäftsleben braucht es eine Neuorientierung an alten
Maßstäben: an dem Menschen an sich. Die Christliche Bibel hat dazu ein
klares Statement in Römer 13, 8-10:
Das wichtigste Gebot
8 Bleibt keinem etwas schuldig! Eine Verpflichtung allerdings könnt
ihr nie ein für alle Mal erfüllen: eure Liebe untereinander. Nur wer
seine Mitmenschen liebt, der hat Gottes Gesetz erfüllt.
9 Die Gebote "Du sollt nicht die Ehe brechen; du sollst nicht töten;
du sollst nicht stehlen; begehre nicht, was anderen gehört" und alle
anderen Gebote lassen sich mit einem Satz zusammenfassen: "Liebe
deinen Mitmenschen wie dich selbst."
10 Denn wer seinen Mitmenschen liebt, tut ihm nichts Böses. So wird
durch die Liebe das ganze Gesetz erfüllt.
Der leichten Lesbarkeit wegen habe ich den Text der Ausgabe
"Hoffnung für alle" entnommen. Wem die Worte "Liebe" und "lieben" zu
abstrakt erscheinen, der möge sie zum Eingewöhnen erst einmal durch
"Respekt" und "respektieren" ersetzen.
Die Anwendung dieser neuen alten Maßstäbe braucht eine aufeinander
eingestimmte, funktionierende Gemeinschaft, im Geschäftsleben oft Team
genannt. Sie zu schaffen wird die Aufgabe kommender Führungskulturen
sein.
Passendes Training:
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