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Bewerbertraining - Persönlicher Stil in den Bewerbungsunterlagen und beim Vorstellungsgespräch?

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Bewerbertraining - Persönlicher Stil in den Bewerbungsunterlagen und beim Vorstellungsgespräch?

Tipp zum Seminar

Erfolgreiche Bewerbungen.

Viele Bewerber sind der Ansicht, dass ihre Bewerbungsunterlagen die Handschrift eines persönlichen Stils tragen müssten - um aufzufallen, sich selbst zu verwirklichen oder sich von den Mitbewerbern abzuheben. Das gilt auch für das Vorstellungsgespräch. Die neuesten Auflagen der Bewerbungsberaterbücher fordern und fördern diese Denkweise intensiv. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass auch das genaue Gegenteil richtig sein kann?

Sind Sie auch der Meinung, dass Ihr persönlicher Stil in den Bewerbungsunterlagen schon auf 100 Meter Entfernung erkennbar sein muss? Haben Sie schon mal überlegt, ob das so einen Sinn ergibt? Für den Personalverantwortlichen? Für Sie selbst?

Sie legen Ihre ganze Liebe in Ihre Bewerbung, weil der Erfolg so wichtig ist. Materiell - für Sie und Ihre Familie. Weil Ihre Reputation in Ihrer Umgebung auf dem Spiel steht, wenn Sie längere Zeit ohne berufliche Aufgabe sind. Und weil Sie von frühester Kindheit dazu erzogen worden sind, dass sich Ihr persönlicher Wert als Mensch über den beruflichen Erfolg, den Sie haben, definiert.

Sie haben also Ihre ganze Liebe in die Bewerbung hineingesteckt und sie mit Herzblut unterschrieben. Anschließend fallen Sie in das nächste schlimme Depressionsloch, wenn die Ablehnung zu Ihnen ins Haus kommt.

Geht Ihnen das genauso?

Entkoppeln Sie das Bewerben von Ihrer Persönlichkeit!

Rein rechtlich betrachtet unterbreiten Sie mit der Bewerbung einem Arbeitgeber ein Angebot. Sie wollen ihm gegen Entgelt Ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Der Arbeitgeber hat die Wahl, Ihr Angebot anzunehmen, oder es ohne Angabe von Gründen abzulehnen. Wie angebotene Ware. Punkt.

Diese auf den ersten Blick für viele von Ihnen schlimme Betrachtungsweise, dass Sie Ihre Arbeitskraft wie Ware anbieten, wird Ihnen vielleicht helfen, über das persönliche Moment der Ablehnung hinwegzukommen. Und Sie wird Ihnen helfen, die nachfolgenden Ausführungen besser nachvollziehen zu können.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Verkäufer in der Waschmaschinenabteilung bei einem Elektronikmarkt. Gerade sehen Sie, wie ein Interessent um Ihre Geräte herumschleicht. Was werden Sie tun? Sie werden das Geschehen noch eine angemessene Zeit beobachten und dann auf den interessierten Menschen zugehen! Sie werden Ihn fragen, welche Funktionen er benötigt bzw. welche speziellen Probleme er mit dem Gerät lösen möchte. Auf Grund dieser Fakten präsentieren Sie dem potentiellen Käufer einige ausgewählte Geräte, die mit seinen Anforderungen übereinstimmen. Der Interessent vergleicht die Angebote und Preise und entscheidet sich für eine Maschine. Sie als Verkäufer sind froh, dass das Angebot Ihres Marktes so transparent ist, dass sich Ihr neuer Kunde rasch und ohne viele Umstände für ein Gerät entscheiden konnte: auf jeder Maschine sind kundenfreundlich der Preis und die wichtigsten Funktionen angezeigt.

Nun zu Ihrer Bewerbung.

Auch für Ihre Arbeitskraft gibt es einen konkreten Interessenten: der schleicht nicht unbeteiligt um Sie herum, sondern der hat sich sogar detailliert in einer Anzeige geoutet und beschreibt ganz genau, welche Erwartungen er an Sie, den Anbieter, hat.

Sie erstellen jetzt auf Grund dieser Anfrage ein kundenfreundliches Angebot. Ihr Angebot ...

bulletIst übersichtlich
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Merken Sie's? In dieser Aufstellung ist nirgendwo die Rede von Briefköpfen, Design, Farben, Schriftarten und Kursivdruck! Wie oft hatte ich schon top gestylte Unterlagen in der Hand und musste dann feststellen, dass der Bewerber meine Anzeige gar nicht richtig gelesen hat oder dass der Lebenslauf so aufgebaut war, dass es mir nur mit Mühe möglich war, die Zusammenhänge herzustellen.

Sauber und formal korrekt muss es allerdings sein, ansonsten würde Ihnen Schlamperei oder die Unfähigkeit, sich an Normen (DIN 5008 für Korrespondenz) anzupassen, unterstellt - gravierende Umstände, die unbedingt zur Ablehnung führen.

Die Prüfung auf Sauberkeit und formale Korrektheit ist oft das erste, was mit Ihren Unterlagen geschieht. Eine reine Sichtprüfung, die im Grunde auch vom Reinigungspersonal durchgeführt werden könnte. Sie führt dazu, dass von 200 eingegangenen Bewerbungen etwa 100 bis 150 aussortiert und ungelesen mit Ablehnung zurückgeschickt werden.

Denken Sie jetzt einmal an Ihren Kunden, den Personalverantwortlichen, der immerhin noch 75 Unterlagen analog den Ihrigen vor sich liegen hat. Können Sie sich vorstellen, dass es bei dem Berg nicht unbedingt die schönsten Bewerbungen sind, die seine Aufmerksamkeit am meisten fesseln? Es werden diejenigen Unterlagen sein, die er mit dem geringsten Aufwand erfassen und verstehen kann - auch wenn sie in fadem Grau daherkommen.

Als allererstes wird Ihr Kunde die Anschreiben durchlesen - nur die Anschreiben - und sie gegeneinander abwägen. Das heißt, dass alle wichtigen Informationen, die Sie "nur" im Lebenslauf dokumentiert haben, in diesem Durchlauf verloren gehen und wegen ihres Fehlens zur Ablehnung führen können. Das bedeutet für Sie, dass Schlüsselinformationen möglicherweise zwei Mal - im Anschreiben und im Lebenslauf - auftauchen.

Zurück zu Ihrem Kunden, der gerade die Anschreiben ließt. Jedes Mal, wenn Sie einen Schriftartwechsel, einen Schriftgrößenwechsel, einen Fett- oder Kursivdruck in Ihr Schreiben eingebaut haben, wird das Auge des Lesers hängen bleiben und dadurch der Lesefluss gestört. Machen Sie das oft genug, wird der Kunde Ihr Angebot schließlich entnervt auf den Stapel C werfen und Ihnen bald zu seiner Entlastung zurücksenden. Schließlich kommt es bei 75 verbleibenden Bewerbungen darauf an, dass Ihr Kunde in Sekundenschnelle alles Wesentliche aufnehmen kann. In der Regel gilt, wie am Telefon oder im Verkaufsgespräch, dass Sie 30 Sekunden Zeit haben, das Interesse Ihres Kunden einzufangen. Das heißt, die ersten zwei bis drei Sätze Ihres Anschreibens müssen "sitzen".

Bei den dann noch im Rennen verbliebenen Kandidaten wird der Personalverantwortliche die Bewerbungsmappe öffnen. Er hat am liebsten die Blätter lose vor sich liegen, damit die Mappe nicht beim nächsten Telefonanruf wieder zusammenklappt. Ihrem Kunden werden jetzt handwerkliche Fähigkeiten abverlangt: Zu den dreiteiligen Mappen braucht es eine Demontage- und Wieder-Montage-Anleitung sowie 50% mehr Platz als üblich auf dem Schreibtisch. Heftmappen, besonders diejenigen mit getarntem Heftstreifen sind ebenso eine rechte Herausforderung. Den schnellsten Erfolg hat er mit den einfachen Klemmmappen, weil die ohne komplexes Hantieren auseinander- und wieder zusammengebaut werden können.

Was glauben Sie, welche Mappe auf den bestgelaunten Personalverantwortlichen trifft? Nicht die rote oder die dreiteilige, sondern die fade, einfache mit Klemmmechanismus, die ihn nicht weiter von seiner eigentlichen Aufgabe ablenkt.

Haben Sie bei Ihrer Bewerbungsmappe auch daran gedacht, dass viel Papier nicht unbedingt viel Kundenfreundlichkeit ist? Verzichten Sie auf alle irrelevanten Informationen und lassen Sie dabei gleich das Deckblatt, den Segelschein, den Computerkurs vor 20 Jahren und das Grundschulzeugnis dem Umweltschutz zum Opfer fallen. Auf den Lebenslauf, die Arbeits- und Ausbildungszeugnisse sollten Sie natürlich nicht verzichten. Beim Lebenslauf, den Sie tabellarisch gestalten sollten, achten Sie vordergründig auf Vollständigkeit und gute Lesbarkeit.

Was haben Sie jetzt erreicht?

Sie haben Ihrem Kunden ein übersichtliches und gut bearbeitbares Angebot gemacht, das alle seine Fragen beantwortet. Alles Persönliche, von dem Sie ohnehin nicht wissen, ob Ihr Kunde es sympathisch oder unsympathisch findet, haben Sie entfernt. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, fallen Ihre Unterlagen dadurch angenehm auf, dass sie kundenfreundlich gestaltet sind.

Gleichzeitig haben Sie einen ersten Schritt gemacht, den Bewerbungsvorgang für Sie selbst zu versachlichen und auf das zu reduzieren, was er tatsächlich ist: Sie bieten Ihre Arbeitskraft einem Interessenten an. Glauben Sie nicht, dass eine Ablehnung weitaus weniger schmerzt, wenn Sie eine sachliche Grundeinstellung dazu haben?

Ein kleiner Exkurs zu Farben, Formen, Gerüchen, Schmuck und Kleidung.

Nehmen wir an, Sie haben eine kräftig rote Bewerbungsmappe gewählt. Rot finden Sie toll und gibt Ihre Persönlichkeit wieder. Auf Seiten Ihrer Kunden werden vielleicht 15% Ihre Mappe mögen, weil Sie Ihr Rot ebenfalls sympathisch finden. 85% Ihrer Kunden dagegen hasst rot und wird Ihnen beim Anblick Ihrer Mappe, oft ohne es bewusst zu wollen, gleich einen Minuspunkt verpassen.

Nehmen wir weiter an, Sie haben 100 Bewerbungen, denen Sie eine rote Mappe beigefügt haben, geschrieben. Nach den obigen Zahlen haben Sie bei 85 der 100 Bewerbungen selbst und offenen Auges Ihre Chancen reduziert, wenn nicht sogar vernichtet. Sie hätten also möglicherweise 85 Bewerbungen weniger schreiben können, ohne dass dies irgendeinen Einfluss auf den Erfolg gehabt hätte. Der deutsche Wald würde jubeln. Glauben Sie, eine dezent-farbige Mappe hätte eine ähnlich negativ durchschlagende Wirkung? Ersparen Sie sich unnötige Nackenschläge!

Farben, Formen (Schnörkel, Schriftarten), Gerüche, Schmuck und Kleidung sind eine Frage des Geschmacks. Sie polarisieren! Mit geringen Aussichten zu Ihren Gunsten, wenn Ihr Kunde Ihren Geschmack teilt; mit größerer Wahrscheinlichkeit gegen Sie, weil Sie 100%ig neben dem Geschmack Ihres Kunden liegen.

Deshalb (und nicht, weil Ihr Kunde schreckliche Vorurteile hat) verzichten Sie auf poppige Farben, extravagante Schriftarten, herausragende Parfums, Piercings und auffallende Kleidung im Bewerbungsprozess.

Übrigens ... wussten Sie, dass es unter den Personalverantwortlichen einen durchaus ernst gemeinten Witz gibt: Die Qualifikation einer Bewerberin verhält sich oft umgekehrt proportional zur Fläche der sichtbaren Haut.

Denken Sie immer an das Ziel Ihrer Bewerbung: Sie wollen nicht, wie die Waschmittelwerbung mit auffälligen Statements, irgendwelche 10 Kunden aus 1.000 Betrachtern für sich gewinnen. Sie möchten genau die eine Person, die ihr grundsätzliches Interesse an Ihrer Arbeitskraft in der Ausschreibung bereits kundgetan hat, auf Ihre Seite bringen. Diese Person tut nichts anderes, als ihren Job: die ausgeschriebene Stelle mit dem geringsten Aufwand möglichst optimal zu besetzen.

Wie für jede Regel, gibt es natürlich auch hier Ausnahmen: Wenn Sie sich auf Positionen in Kreativberufen bewerben, darf Ihre Bewerbung Ihre Talente durchaus ausstrahlen. Sie können allerdings auch eine "normale" Bewerbung fertigen und eine kreativ gestaltete Mappe mit Arbeitsproben hinzufügen - damit haben Sie auch bei einem sehr konservativen Kunden Ihre Chancen gewahrt.

Last but not least.

Wie schon ganz am Anfang dieses Artikels beschrieben, machen uns Ablehnungen von Bewerbungen oft sehr zu schaffen, weil unsere persönlichen Wertvorstellungen dabei verletzt werden. An allererster Stelle steht dabei der Glaube, der Wert eines Menschen definiere sich über seine Arbeit und seinen Erfolg. Eine Einstellung, die krank machen kann. Dieser Glaube ist oft fest in uns "verdrahtet" und ganz tief in unserem Inneren verankert, weil wir von frühestem Kindheitsalter zu dieser Haltung erzogen worden sind.

Wenn Sie sich dazu entschließen, diese Herausforderung nicht nur oberflächlich anzugehen, benötigen Sie vielleicht Hilfe von außen: Verhaltenstherapeuten und kirchliche Mitarbeiter Ihres Vertrauens können Ihnen gute Begleiter auf dem Weg sein.

Ich wünsche Ihnen viel Glück für Ihre Bewerbungen und eine Ihnen hilfreiche Einstellung zu dem gesamten Drumherum!

Bei Fragen sprechen Sie uns bitte

bulletper eMail unter Service@Martin-Adler.org oder
bulletam Telefon unter 0700 9663 9663

an.

Passendes Training:

Erfolgreiche Bewerbungen.

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